
Teurer Strassenverkehr? 73 % der Kosten des privaten motorisierten Strassenverkehrs tragen die Verkehrsnutzer selbst.

Gemäss dem Bundesamt für Statistik (BFS) verursachte der private motorisierte Strassenverkehr 2023 Gesamtkosten von rund 63.34 Mia. CHF. Die Verkehrsmittel des privaten motorisierten Personenverkehrs auf der Strasse umfassen dabei Personenwagen, Motorräder, Mofas und Privatcars.
Nach Berücksichtigung aller Ausgleichs- und Transferzahlungen trugen die Verkehrsnutzer 45.92 Mia. CHF beziehungsweise 73 % der Kosten selbst. Die übrigen 17.42 Mia. CHF beziehungsweise 27 % entfielen auf die Allgemeinheit. Dazu zählt das BFS Personen, die nicht unmittelbar am Verkehr beteiligt sind, aber beispielsweise ungedeckte Unfall-, Umwelt- und Gesundheitskosten tragen. Von den Gesamtkosten von 63.34 Mia. CHF entfielen 52 % auf Verkehrsmittel, 23 % auf Umwelt und Gesundheit, 16 % auf Unfälle und 9 % auf die Infrastruktur. Die Umwelt- und Gesundheitskosten, die den grössten Teil der Kosten der Allgemeinheit ausmachen, beruhen auf Modellrechnungen. Dabei werden Schäden durch Klimaeffekte, Luftverschmutzung und Lärm sowie Umweltschäden aus der Herstellung von Fahrzeugen und Infrastruktur in Franken bewertet. Das Ergebnis hängt daher von Annahmen ab, etwa zum Wert vermiedener Krankheiten oder zu den Folgekosten des CO₂-Ausstosses.
Ein Teil der Kosten wird zunächst von der öffentlichen Hand oder anderen Kostenträgern übernommen. Durch verkehrsspezifische Steuern, Abgaben und weitere Transfers werden diese Kosten jedoch teilweise auf die Verkehrsnutzer übertragen und der Rest schliesslich der Allgemeinheit zugerechnet. Die Gesamtkosten entsprechen dabei dem volkswirtschaftlichen Begriff der sozialen Kosten und umfassen neben Infrastruktur- und Verkehrsmittelkosten auch Unfall-, Umwelt- und Gesundheitskosten.