
Psychische Hilfe? Junge Frauen sind mehr als dreimal so häufig wegen psychischer Probleme in Behandlung wie junge Männer.

Gemäss der Schweizerischen Gesundheitsbefragung (SGB) des Bundesamts für Statistik (BFS) nahmen im Jahr 2022 14.0 % der Frauen und 4.3 % der Männer im Alter von 15 bis 24 Jahren innerhalb der letzten 12 Monate eine Behandlung wegen psychischer Probleme in Anspruch. Damit waren junge Frauen mehr als dreimal so häufig in Behandlung wie gleichaltrige Männer.
Die Daten werden alle fünf Jahre erhoben. Seit der vorangegangenen Erhebung 2017 hat sich der Geschlechterunterschied stark vergrössert. Zwischen 1997 und 2017 bewegte sich der Anteil der jungen Frauen zwischen 3.6 % und 6.9 %, jener der jungen Männer zwischen 1.4 % und 3.8 %. Von 2017 auf 2022 nahm der Wert bei den jungen Frauen um 7.1 Prozentpunkte zu (6.9 % auf 14.0 %), bei den jungen Männern um 1.1 Prozentpunkte (3.2 % auf 4.3 %).
Dieser Wert bildet den Anteil der Personen in Behandlung ab. Als ergänzende Einordnung weist das BFS ebenfalls die psychische Belastung selbst aus: Im Jahr 2022 wiesen 29.0 % der Frauen und 16.4 % der Männer im Alter von 15 bis 24 Jahren eine mittlere oder hohe psychische Belastung in den letzten vier Wochen auf. Junge Frauen waren damit auch bei der psychischen Belastung deutlich stärker betroffen als junge Männer.