
Klimaziele? Pro Kopf betrachtet hätte die Schweiz ihr 20-%-Reduktionsziel bis 2020 fast doppelt erfüllt.

Gemäss Bundesamt für Umwelt (BAFU) sanken die inländischen Treibhausgasemissionen der Schweiz pro Kopf von 8.3 t CO2eq im Jahr 1990 auf 5.1 t im Jahr 2020 (-38.2 %). Pro Kopf fiel die Reduktion damit fast doppelt so hoch aus wie das damalige 20-%-Reduktionsziel für 2020. Bis 2024 sank der Wert weiter auf 4.5 t pro Kopf (-45.8 % gegenüber 1990).
Insgesamt gingen die inländischen Emissionen von rund 55 Mio. t CO2eq im Jahr 1990 auf rund 44 Mio. t im Jahr 2020 zurück (-20.3 %) und lagen 2024 bei 40.1 Mio. t (-27.3 %). Damit erreichte die Schweiz ihr Ziel für 2020 knapp; gemäss BAFU war der Rückgang 2020 vor allem durch die Pandemie und den warmen Winter geprägt. Gleichzeitig wuchs die Bevölkerung von 6.67 Mio. Personen im Jahr 1990 auf 8.96 Mio. im Jahr 2024.
Wichtig ist die Einordnung: Das Pariser Abkommen verpflichtet die Staaten zu nationalen Reduktionsbeiträgen und Massnahmen zur Emissionsminderung. Die Schweiz setzte sich für 2020 das Ziel, ihre Emissionen im Inland gegenüber 1990 um 20 % zu senken; das revidierte CO2-Gesetz sieht vor, dass mindestens zwei Drittel der Verminderung im Inland erfolgen sollen. Die Kyoto-Verpflichtung 2013-2020 wurde ebenfalls erreicht, auch dank Projekten im Ausland. Nicht enthalten sind importbedingte Emissionen: 2023 entstand gemäss BAFU rund drei Viertel des Schweizer Treibhausgas-Fussabdrucks im Ausland und rund ein Viertel im Inland.