Schweizer Bürgerrecht? Seit 2000 erhielten in der Schweiz 60 % das Bürgerrecht durch Geburt und rund 40 % durch Einbürgerungen.

Von 2000 bis 2025 erhielten rund 2.5 Millionen in der Schweiz wohnhafte Personen das Schweizer Bürgerrecht. 1’503’567 davon waren Kinder, die mit Schweizer Bürgerrecht geboren wurden, weil mindestens ein Elternteil Schweizer war; 992’508 Personen wurden eingebürgert. Damit entfallen 60.0 % auf Geburten und 39.6 % auf Einbürgerungen. Die übrigen 0.4 % betreffen Adoptionen (5’465) und Feststellungen des Bürgerrechts (5’100). Von 2000 bis 2025 wurden mit 992’508 Personen mehr Menschen eingebürgert als im ganzen 20. Jahrhundert (633’812). Das gilt auch, wenn man alle Erwerbsarten einrechnet, also auch die bis 1991 automatischen Erwerbe durch Heirat: 1’003’073 gegenüber 918’051.

Eine Feststellung ist rechtlich kein neuer Erwerb. Die Behörden klären damit verbindlich, ob eine Person das Schweizer Bürgerrecht bereits besitzt, etwa wenn ein Erwerb durch Abstammung nie registriert wurde oder unklar ist (Art. 43 BüG). Das Bundesamt für Statistik zählt sie dennoch als eigene Erwerbsart. Erfasst ist nur die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz. Bis Anfang der 1990er-Jahre wurden pro Jahr meist weniger als 10’000 Personen eingebürgert. Danach stieg die Zahl an: von 5’346 im Jahr 1991 auf 27’893 im Jahr 2000 und auf den Höchststand von 45’987 im Jahr 2006.

Dazu trug die Revision des Bürgerrechtsgesetzes bei, die 1992 in Kraft trat. Seither verlangt die Schweiz nicht mehr, dass Eingebürgerte ihre bisherige Staatsangehörigkeit aufgeben. Zudem erhalten ausländische Ehefrauen von Schweizern das Bürgerrecht nicht mehr automatisch durch Heirat; seither steht ausländischen Ehepartnern beider Geschlechter die erleichterte Einbürgerung offen, die als Einbürgerung zählt. Gemäss einer Studie der Eidgenössischen Kommission für Migrationsfragen stieg der Anteil der ausländischen Bevölkerung mit B- und C-Bewilligung, der sich pro Jahr einbürgern liess, von 1992 bis 2006 von 0.9 % auf 3.2 %. Dieser Anstieg bleibt auch dann bestehen, wenn man Alter, Geburtsort und Aufenthaltsdauer berücksichtigt. Die Studie nennt mehrere Gründe: die Zulassung der Doppelbürgerschaft, tiefere Kosten, mehr Personen aus Staaten ausserhalb der EU und den gestiegenen Wert des Schweizer Passes.

Quellen für Zahlenmaterial

BFS, Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (ESPOP/STATPOP)
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Stand vom:
18.09.2026
BFS, Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP/PETRA)
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Stand vom:
19.10.2026
Bundesgesetz über das Schweizer Bürgerrecht
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Stand vom:
19.10.2026
EKM, «Einbürgerungslandschaft Schweiz. Entwicklungen 1992–2010»
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Stand vom:
06.10.2026

Hinweise

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Erwerb durch Abstammung nur in BFS-Geburtenstatistik; gemäss BFS-Auskunft eignen sich dazu die Lebendgeburten mit Schweizer Staatsangehörigkeit (demografische Bilanz). Übrige Erwerbsarten: BFS-Statistik Erwerb des Schweizer Bürgerrechts. Kombination zweier Erhebungen, keine BFS-Kennzahl.
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Geburten: nur Lebendgeburten. Einbürgerungen: ordentlich, erleichtert, Wiedereinbürgerung.
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Nicht enthalten: Geburten von Auslandschweizern, Einbürgerungen von Personen mit Wohnsitz im Ausland; im Ausland geborene Kinder von Personen mit Wohnsitz in der Schweiz nur unvollständig erfasst.
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Abweichung zu Einbürgerungszahl Fact 77: SEM-Reihe inkl. Wohnsitz im Ausland, ohne Adoptionen und Feststellungen.
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Reihenbrüche: Geburten 2000 wegen abweichender Abgrenzung nur bedingt vergleichbar; seit 2011 Daten aus der registerbasierten Statistik STATPOP (vorher ESPOP/PETRA). Ohne 2000 und für 2011–2025 bleibt das Verhältnis bei rund 60 zu 40.
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Alle Erwerbsarten ausser Abstammung, inkl. automatischer Einbürgerung durch Heirat bis 1991: 1900–1999 918’051, 2000–2025 1’003’073. Verwendet wird das BFS-Total; nach Erwerbsart aufgeschlüsselt erst ab 1978, deshalb ergibt die Summe der Einzelarten für 1900–1999 weniger. Daten vor 1981 aus historischen Quellen und Zentralem Ausländerregister, vor 1912 teils inkonsistent.
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Geburten umfassen auch Kinder von eingebürgerten Eltern; der Fact zählt Erwerbe pro Jahr, nicht den Anteil Eingebürgerter an der Bevölkerung.

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